Die Tränen der Rocky Mountain Eiche

Die Tränen der Rocky Mountain Eiche

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David Hofer w√§chst als Sohn einer deutschen Einwanderin im pr√ľden St Louis auf. Er gilt als Ausgesto√üener, da er ein uneheliches Kind ist. Schon fr√ľh ist er Anfeindungen ausgesetzt und lernt die Doppelmoral der Spie√üb√ľrger kennen. Als die Mutter stirbt, h√§lt ihn nichts mehr in der Enge der Zivilisation. Mit einer Gruppe Trapper beginnt er eine abenteuerliche Reise bis hoch zum Yellowstone und zu den Shoshone. Er wird Mountain-Man, Voyageur und Abenteurer ‚Ķ bis die Zivilisation ihn auch an diesem abgelegen Flecken einholt.

Der Autor zeichnet scharf umrissene, einpr√§gsame Charaktere, die jeder auf seine Weise ‚Äď die harte Zeit der fr√ľhen Westwanderung repr√§sentieren. Er verkn√ľpft seine Geschichte geschickt mit tats√§chlichen Ereignissen und beweist auf den verschiedenen Handlungsebenen Sachkenntnis und eingehende Recherche. (Dietmar Kuegler, der das Buch vorab rezensiert hat)

Leseprobe

Rezension im Amerindian Research Band 1/ (2020)

Gegen Mittag f√ľhrte sie der Yellowstone durch eine reich bewaldete Gegend. So weit sie sehen konnten, s√§umten Eschenahorn und einzelne Birken den Fluss. Aus diesem Gestr√ľpp traten pl√∂tzlich die Blackfeet hervor. Vierzig Krieger waren es. Sie kamen zu Fu√ü, ihre Pferde hatten sie irgendwo im Wald zur√ľckgelassen. W√§re diesem Stamm nicht der Ruf der besonderen Gef√§hrlichkeit vorausgeeilt, h√§tte Dave sie wohl als die herrlichsten aller Indianer gesehen. Sie waren von gro√üer, aufragender Gestalt und trugen Leggins und Mokassins aus dunklem Rehleder, die mit gef√§rbten Stachelschweinborsten verziert waren. Die meisten von ihnen waren am Ober-
k√∂rper nackt, einige aber trugen Hemden aus hellem Leder und wieder andere hatten eine B√ľffelrobe oder einen Umhang aus dem Fell des Waschb√§ren umgebunden. Alle Krieger waren mit Pfeil und
Bogen, mit Lanze, Tomahawk und Messer bewaffnet. Obendrein besaßen sie erstaunlich viele Gewehre. Ihre Haare waren lang und glänzten fettig in der Sonne. Bei zweien reichte es bis zum Boden. Es war sechs Fuß lang oder länger. Fast alle trugen prächtige Hauben aus Adlerfedern. Ihre Gesichter waren kaum zu erkennen. Sie waren mit grellen Farben bemalt, teilweise sogar vollkommen bedeckt. Wie dämonische, Furcht einflößende Fratzen wirkten sie, aus denen dunkle Augen die Trapper beobachteten.
Die gesamte Erscheinung dieser Blackfeet war stolz und erhaben. Sie verkörperten Selbstherrlichkeit, Stärke und Freiheitswillen wie sonst kein Stamm. Gleichzeitig verkörperten sie Grausamkeit. Und sie brachten den Tod. Daran ließ die Bemalung ihrer Gesichter keinen Zweifel.
Das Erste, was Dave angesichts dieser bedrohlichen √úbermacht empfand, war Angst. Pure, nackte Angst. Auch die anderen auf den Booten empfanden nicht anders. Doch geschickt verbargen sie sie, weil sie der Umgang mit Indianern gelehrt hatte, niemals Angst zu zeigen. Ein furchtloser Gegner fl√∂√üte Respekt ein. Manchmal gelang es dadurch, den Feind abzuschrecken. Niemand r√ľhrte die Gewehre an, doch lagen sie jedem griffbereit in der N√§he. Ein einziges Zeichen des Angriffs, und sie w√ľrden sie an sich rei√üen.
Zu fliehen war nicht ratsam. Dadurch musste der Kampfinstinkt der Blackfeet, die jetzt noch reglos am Ufer standen, erst recht geweckt werden. Obendrein waren sie hervorragende Bogensch√ľtzen, und auf dem Wasser boten die Trapper ein sicheres Ziel. Bell hielt es deshalb f√ľr das Beste, an Land zu gehen. Vielleicht konnte er die Indianer mit Reden von einem Angriff abhalten.
Nachdem die Boote festgezurrt waren, wateten der Captain, Booker und Long Reed ohne Waffen ans Ufer. Bell begr√ľ√üte die Indianer mit erhobener Hand. Die drei Wei√üen setzten sich, worauf sich f√ľnf Blackfeet ihnen gegen√ľber niederlie√üen. Einer von ihnen hatte sein Gesicht vollkommen schwarz gef√§rbt. Ein Kranz Adlerfedern steckte ihm senkrecht im Haar.
Da Bell die Sprache der Blackfeet nicht beherrschte, dr√ľckte er sich mit Zeichen aus. Er stellte sich und seine zwei Gef√§hrten vor und bekundete, dieses Gebiet nur durchfahren zu wollen. Schon bald
w√ľrden sie es wieder verlassen. Dass sie Pelzh√§ndler waren, verschwieg er.

Die Handlung dieses historischen Romans beginnt an einem Sommertag des Jahres 1817 in St. Louis, das damals noch ein ziemlich unbedeutendes Kaff gewesen ist. Aber mit der Zeit entwickelt sich die Stadt zum wichtigen Knotenpunkt auf der Route zwischen der Zivilisation und dem Wilden Westen. .... Die Geschichte von Dave Hofer ist die eines beliebigen Trappers, aber sie zeigt die Schwierigkeiten, mit denen die Indianer und die in der Wildnis lebenden Trapper zu tun bekamen, als sich die Massen der Siedler immer weiter nach Westen ausbreiteten. Die Geschichte wird zum Ende hin noch einmal spannend, als Dave Gefährten der Zeit aus St. Louis wiedertrifft. Dem Autor ist ein guter Western gelungen, die Handlung ist spannend und die Charaktere sind gut getroffen. M.K. --Amerindian Research 1/ 2020

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